Zwölf Schülerinnen der J2 machten sich gemeinsam mit zwei Lehrkräften Angelika Sauer und Stefan Lippert auf den Weg nach Berlin, freiwillig und trotz alles anderer als idealer Voraussetzungen. Schon die Anreise entwickelte sich zum ersten Abenteuer: Aufgrund von Zugausfällen konnte die Fahrt erst gegen 3 Uhr morgens beginnen. Auch auf der Rückreise blieb uns das Bahnchaos treu. Dazu kamen hochsommerliche Temperaturen, die der Hauptstadt einen zusätzlichen Härtetest bescherten.

Eingeladen worden waren wir von unserer Bundestagsabgeordneten Dr. Franziska Brantner zu einem Gespräch im Paul-Löbe-Haus sowie zum Besuch einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestags. Bereits beim Betreten des beeindruckenden Gebäudes konnten wir ein wenig „Politiker-Promiluft“ schnuppern, als wir Ricarda Lang und Boris Pistorius aus nächster Nähe begegneten.

Leider nahm der Tag anschließend eine erste unerwartete Wendung: Unsere Abgeordnete Frau Dr. Brantner musste kurzfristig an einer Podiumsdiskussion teilnehmen und konnte das geplante Gespräch nicht selbst führen. Stattdessen begrüßte uns ihr Büroleiter Felix Schmitz. Mit großer Freundlichkeit und erfreulich ehrlichen, manchmal auch amüsant ausschweifenden Antworten nahm er sich sehr viel Zeit für unsere zahlreichen Fragen. So wurde aus der ersten Enttäuschung doch noch ein informativer und persönlicher Austausch.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen im Paul-Löbe-Haus stand mit der Ausstellung „Topographie des Terrors“ ein weiterer Programmpunkt auf dem Plan. Die eindrucksvolle Dokumentation der nationalsozialistischen Terrorherrschaft erwies sich als absolut empfehlenswerter Bestandteil unserer Exkursion.

Am Abend folgte schließlich der Programmpunkt, auf den sich wohl alle am meisten gefreut hatten: die Plenarsitzung im Bundestag mit anschließendem Besuch auf der Dachterrasse. Nach den umfangreichen Sicherheitskontrollen wuchs die Spannung, allerdings nur bis zu dem Moment, in dem wir den Besucherbereich erreichen wollten. Genau in diesem Augenblick wurde die Sitzung beendet. Statt einer Debatte erwartete uns ein Vortrag über die Arbeitsweise des Bundestags. So interessant die Erläuterungen auch waren und so sehr sich die Referentin um gute Stimmung bemühte, die Enttäuschung war bei allen anwesenden Schulklassen deutlich spürbar.

Trotz oder sogar wegen dieser unglücklichen Wendungen bleibt die Exkursion in Erinnerung. Berlin zeigte sich einmal mehr als faszinierende Hauptstadt. Auch wenn wir sowohl das persönliche Gespräch mit unserer Abgeordneten als auch die Plenarsitzung verpassten, nehmen wir viele interessante Eindrücke, neue Erfahrungen und einige amüsante Geschichten mit nach Hause.